Ein Parkettboden liegt lange. Sie treffen diese Entscheidung selten und Sie treffen sie für einen Rohstoff, der gewachsen ist, bevor er in Ihrem Wohnzimmer liegt. Für uns zählt deshalb nicht nur, wie ein Boden aussieht, sondern woher sein Holz kommt.
Die Parkett Aktion GmbH ist nach FSC® und PEFC zertifiziert. Was das praktisch bedeutet, was es nicht bedeutet und wie Sie es selbst überprüfen, lesen Sie in diesem Artikel.
Was FSC® und PEFC tatsächlich regeln
FSC® und PEFC sind zwei internationale Systeme für die Zertifizierung von Waldbewirtschaftung. Der Teil, der für Sie beim Kauf zählt, heißt Chain of Custody, zu Deutsch: kontrollierte Produktkette. Sie beschreibt den Weg des Holzes vom zertifizierten Wald über Sägewerk und Verarbeitung bis zum Händler.
Der Sinn dahinter: An jeder Station dieser Kette könnte zertifiziertes Holz gegen nicht zertifiziertes getauscht werden, ohne dass es jemandem auffiele. Die Chain of Custody verlangt deshalb von jedem Unternehmen in der Kette, den Einkauf, die Verarbeitung und die Weitergabe zertifizierter Ware zu dokumentieren. Wer zertifizierte Ware als solche verkaufen möchte, braucht diese Zertifizierung selbst, ein zertifizierter Zulieferer allein reicht nicht.
Bei uns prüft eine unabhängige Zertifizierungsstelle jährlich, ob wir diese Vorgaben einhalten.
Der Unterschied zwischen zertifiziert und nicht zertifiziert
Auch ein Händler ohne Zertifizierung kann Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern verkaufen. Die Frage ist eine andere: Kann er es belegen?
Formulierungen wie „Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft“, „umweltfreundliches Parkett“ oder „ökologischer Bodenbelag“ klingen nach einem Nachweis, sind aber keiner. Sie sind Beschreibungen, die ein Anbieter sich selbst geben kann. Ein Chain-of-Custody-Zertifikat dagegen stammt von einer unabhängigen Stelle, folgt festen Regeln und steht in einer öffentlichen Datenbank, in der Sie nachsehen können.
Ein Punkt, den ein Anbieter offen sagen sollte: Ein zertifiziertes Unternehmen verkauft nicht automatisch nur zertifizierte Produkte. Ob ein bestimmter Boden als FSC®- oder PEFC-zertifiziert gilt, hängt an der Deklaration dieses Produkts. Fragen Sie deshalb produktbezogen nach, nicht firmenbezogen. Wir sagen Ihnen zu jedem Boden, was vorliegt.
Prüfen Sie Das gerne nach
Beide Systeme führen öffentliche Datenbanken. Sie brauchen dafür kein Konto und keine Vorkenntnisse.

FSC® Search
Suche nach Unternehmensname, Lizenzcode oder Zertifikatsnummer. Sie sehen Zertifikatstyp, Gültigkeit, Status und unsere zertifizierten Produktgruppen. Hier können Sie einen zeitgestempelten Datensatz herunterladen.
HFA-COC-100318 · Zertifizierungsstelle: Holzforschung Austria · Gültig vom 04.08.2026 bis 03.08.2031

PEFC Find Certified
Dieselbe Logik gilt auch für PEFC: zertifizierte Unternehmen und Zertifikate weltweit, mit Statusangabe.
HFA-PEFC-COC-0933 · Zertifizierungsstelle: Holzforschung Austria · Gültig vom 04.08.2026 bis 03.08.2031
Achten Sie nicht nur auf das Logo. Ein Logo lässt sich auf jede Website setzen. Achten Sie auf den Status des Zertifikats. Ein Zertifikat kann gültig sein oder ausgesetzt, abgelaufen, entzogen. Das Logo zeigt Ihnen nur, dass ein Unternehmen irgendwann zertifiziert wurde, in der Datenbank sehen Sie, ob es das heute noch ist und für welche Produktgruppen das Zertifikat gilt.
Für Bauprojekte mit Zertifizierungsziel
Wenn Sie bauen oder sanieren und eine Gebäudezertifizierung anstreben, wird die Holzherkunft vom Nebenthema zur Nachweispflicht.
QNG in Deutschland
Das Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“ fordert für bestimmte Qualitätsstufen definierte Anteile an Holz aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft. FSC und PEFC sind dabei ausdrücklich als Nachweise genannt. Verlangt werden je nach Stufe Zertifikate, Lieferscheine, Leistungsverzeichnisse und Schlussrechnungen.
ÖGNI in Österreich
Bei den von der ÖGNI angewandten DGNB-Systemen spielt die verantwortungsbewusste Ressourcengewinnung ebenfalls eine Rolle. Für bestimmte Holzarten sind Nachweise über die geregelte Bewirtschaftung des Herkunftsforstes gefordert, mit Bezug auf die FSC-Zertifizierung und den zugehörigen Chain-of-Custody-Nachweis.
Der praktische Rat: Klären Sie mit Ihrem Planungsteam vor der Bestellung, welche Nachweise Ihre angestrebte Zertifizierungsstufe verlangt. Nachträglich lässt sich eine Dokumentation nur schwer herstellen. Sagen Sie uns bei der Anfrage, dass Sie für ein zertifiziertes Projekt einkaufen — dann liegen die verfügbaren Nachweise Ihrem Angebot bei.
Nachhaltigkeit endet nicht beim Zertifikat
Die Herkunft ist die eine Hälfte. Die andere: wie viel Rohstoff überhaupt gebraucht wird und was passiert, wenn der Boden Gebrauchsspuren zeigt.
Unsere Böden sind durchgängig mehrschichtig aufgebaut. Die gewünschte Holzart — Eiche, Nussbaum, Lärche — sitzt als Nutzschicht dort, wo sie sichtbar und beansprucht ist. Darunter arbeitet ein Träger aus schneller nachwachsendem Holz. Sie bekommen einen Eichenboden, ohne dass der gesamte Querschnitt aus Eiche bestehen muss.
Beim Umgang mit Gebrauchsspuren macht die Oberfläche den Unterschied. Ein geölter Boden lässt sich gezielt nachölen: Wenn eine Stelle vor der Terrassentür stumpf geworden ist, behandeln Sie diese Stelle — nicht den ganzen Raum. Das Öl zieht ins Holz ein und arbeitet mit der Struktur der Diele, statt sie zu überdecken. Für lackierte Böden gelten andere Pflegeschritte.
Wie lange ein Boden am Ende liegt, entscheidet sich allerdings nicht im Sägewerk, sondern bei Ihnen zu Hause: an der Nutzung, an den Schuhen im Flur, am Hund im Wohnzimmer, an der Pflege.
Wir beraten Sie professionell von der Auswahl bis zur Pflege Ihres Wunschbodens.
Worauf Sie beim Parkettkauf achten sollten
Holzart, Sortierung, Oberfläche, Format, Preis — dazu haben Sie vermutlich schon eine Meinung. Zwei Fragen kommen dazu:
Ist der Anbieter selbst zertifiziert, oder beruft er sich nur auf seine Lieferanten? Nur eine eigene Chain-of-Custody-Zertifizierung ist in der Datenbank sichtbar.
Was steht in der Produktdeklaration? Nicht im Werbetext, sondern in den Produktangaben.
Beide Fragen sind schnell beantwortet und sie sind die einzigen, die Ihnen ein Werbetext nicht beantworten kann.
Weil ein guter Boden im Wald beginnt
Dass uns nachhaltige Forstwirtschaft wichtig ist, können wir Ihnen sagen. Nachprüfbar wird es erst durch das, was daneben steht: unsere Zertifikatsnummern, die öffentlichen Datenbanken und eine Prüfung, die jedes Jahr stattfindet.
Wenn Sie einen Boden ins Auge gefasst haben, bestellen Sie sich Muster. Bis zu drei Stück, kostenlos. Zuhause, bei Ihrem Licht, neben Ihren Möbeln sehen Sie mehr als auf jedem Bildschirm und können das Holz fühlen.
FAQ
FSC® und PEFC sind zwei internationale Systeme zur Zertifizierung verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung. Sie regeln zum einen, wie der Wald bewirtschaftet wird, zum anderen, wie das Holz auf seinem Weg vom Wald bis zu Ihnen dokumentiert wird. Dieser zweite Teil heißt Chain of Custody und ist der Teil, der für Sie beim Kauf im Handel zählt: Er stellt sicher, dass zertifiziertes Holz nicht irgendwo in der Lieferkette gegen nicht zertifiziertes ausgetauscht wird.
Weder noch. Die Systeme sind unterschiedlich aufgebaut, nicht unterschiedlich streng gemeint. FSC ist ein international einheitliches System, PEFC ein Dachverband, der nationale Zertifizierungssysteme anerkennt. In Europa, wo viele Wälder kleinteilig in Privatbesitz sind, ist PEFC deshalb weiter verbreitet. Beide gelten in Deutschland und Österreich als anerkannte Nachweise für nachhaltige Forstwirtschaft, unter anderem im Rahmen von Gebäudezertifizierungen. Wichtiger als die Wahl zwischen beiden ist die Frage, ob für das konkrete Produkt ein gültiger Nachweis vorliegt.
Nein, und das ist ein häufiges Missverständnis. Die Zertifizierung eines Unternehmens sagt aus, dass dieses Unternehmen die Anforderungen an Einkauf, Dokumentation und Weitergabe zertifizierter Ware erfüllt. Ob ein einzelnes Produkt als FSC®- oder PEFC-zertifiziert gilt, hängt von der Produktdeklaration und den zugehörigen Nachweisen ab. Fragen Sie deshalb immer produktbezogen nach (Wir zeichnen ab Sep. 2026 nach und nach unsere Produkte aus).
Über die öffentlichen Datenbanken der beiden Systeme. Bei FSC® Search (search.fsc.org) und bei PEFC Find Certified (pefc.org/find-certified) suchen Sie nach dem Unternehmensnamen oder der Zertifikatsnummer. Achten Sie dabei besonders auf den Status des Zertifikats: Es kann gültig, ausgesetzt, abgelaufen oder entzogen sein. Ein Logo auf einer Website ist kein Nachweis.
Ja. Die Parkett Aktion GmbH ist nach FSC® und PEFC Chain-of-Custody zertifiziert, geprüft wird das jährlich durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle. Unsere Zertifikatsnummern lauten FSC: HFA-COC-100318 und PEFC: HFA-PEFC-COC-0933 — Sie können beide in den genannten Datenbanken selbst nachschlagen.
Die Zertifizierung ist kein Preisaufschlag, den Sie auf der Rechnung wiederfinden. Sie verursacht Aufwand auf unserer Seite — Audits, Dokumentation, Rückverfolgbarkeit — und ist Teil unserer Kalkulation, nicht ein Posten obendrauf. Preisunterschiede zwischen Parkettböden entstehen in der Praxis durch Holzart, Sortierung, Nutzschichtstärke, Format und Oberfläche.
Wenn Sie eine Gebäudezertifizierung anstreben, sehr wahrscheinlich ja. Beim deutschen Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) werden für bestimmte Qualitätsstufen Anteile an Holz aus nachweislich nachhaltiger Forstwirtschaft gefordert, wobei FSC und PEFC ausdrücklich als Nachweise genannt sind. Bei ÖGNI-Projekten in Österreich spielt die verantwortungsbewusste Ressourcengewinnung ebenfalls eine Rolle. Welche Nachweise Ihr konkretes Projekt braucht, hängt von der angestrebten Zertifizierungsstufe ab. Klären Sie das mit Ihrem Planungsteam vor der Bestellung.
Gefordert werden je nach System und Stufe unter anderem das Zertifikat des Lieferanten, Lieferscheine, Leistungsverzeichnisse und Schlussrechnungen mit entsprechender Deklaration. Sagen Sie uns bei der Anfrage, dass Sie für ein zertifiziertes Bauprojekt einkaufen, dann stellen wir die verfügbaren Nachweise für die betreffenden Produkte gleich mit bereit.
Zum einen die Herkunft des Holzes. Zum anderen die Frage, wie viel Rohstoff gebraucht wird und wie viel Aufwand nötig ist, wenn der Boden Spuren zeigt. Ein mehrschichtiger Aufbau setzt die wertvolle Holzart gezielt in der Nutzschicht ein, darunter arbeitet ein Träger aus schneller nachwachsendem Holz. Und ein geölter Boden lässt sich punktuell nachölen: Sie behandeln die Stelle, die es braucht, statt die ganze Fläche. Wie lange ein Boden liegt, hängt trotzdem an der Nutzung und der Pflege.
An der Prüfbarkeit. Aussagen wie „umweltfreundlich“, „aus nachhaltiger Forstwirtschaft“ oder „klimafreundlich“ sind ohne konkreten Bezug keine Nachweise. Prüfbar wird eine Aussage erst, wenn ein anerkanntes System dahinter steht, das eine unabhängige Stelle kontrolliert, und wenn Sie den Status dieser Kontrolle selbst nachschlagen können. Fragen Sie nach der Zertifikatsnummer und nach der Produktdeklaration. Beides lässt sich nachschlagen, ein Adjektiv nicht.

